Excite

Verschärfte Doping-Kontrollen bei Olympia 2008

Dopingkontrollen von noch nie gewesenem Ausmaß sollen die sportliche Sauberkeit der Olympischen Sommerspiele in Peking gewährleisten. Thomas Bach, Vizepräsident des Olympischen Komitees erklärte der Presse am gestrigen Dienstag, dass es sich diesen Sommer um das am strengsten überwachte Ereignis der olympischen Sportgeschichte handele. Nach 3.600 einzelnen Tests die 2004 in Athen stattgefunden hatten, werden es in China dieses Jahr 4.500 sein.

Bach sagte weiterhin: "Die Regularien wurden verschärft. So muss jetzt jeder Athlet seinen Aufenthalt in der Olympia-Stadt genau dokumentieren." Änderungen in Bezug auf vergangene Spiele sind z.B., dass nun auch der Besitz von gelisteten Doping-Medikamenten bestraft würde und bei ersten positiven Proben sofort Maßnahmen ergriffen werden, statt auf die B-Probe zu warten.

Außerdem lobte Bach die Ausrüstung und Vorbereitung Chinas. "Die Chinesen verfügen über ein erstklassige Labor, in dem einige Experten arbeiten, die in Köln ausgebildet wurden", sagte er. Das Ausrichterland wisse zudem genau, dass der Erfolg noch so reibungsloser Spiele durch Dopingaktivitäten geschmälert würde. Jenseits von Doping lobte Bach die Infrastruktur der Chinesen, nannte aber ein noch immer gravierendes Problem: Die Luft in Peking.

Nach eigenen Angaben investierte die chinesische Regierung in den letzten zehn Jahren 16 Milliarden Euro in die Verbesserung der Luft in Peking. Dennoch ist die starke Verschmutzung bemerkbar und gerade in den vergangenen Tagen sei es wieder "besonders schlimm" gewesen. Chinas Regierung verbannt daher vom 8. bis zum 24. August ca. eine Million Autos von den Straßen. Dazu werden bestimmte Fabriken und Industrieanlagen abgeschaltet. Das soll während der gesamten Olympia-Zeit die Luft für alle Besucher erträglich machen.

Auch versicherte Bach, dass die deutschen Athleten aus ihrem Aufenthalt keine politische Demonstration zur Befreiung Tibets machen werden. Der Meinungsaustausch wird über ein internes Olympia-Net stattfinden, zensiert wird auch niemand. Bleibt offen, wie sich die deutschen Athleten über das Ausrichterland China äußern. Doping sollte durch die strengen Kontrollen bei Olympia 2008 jedenfalls das geringere Problem sein.

Quelle: Sueddeutsche.de
Bild: Okko Pyykkö (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017