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Strenge Regeln für Olympia-Besucher

Strenge Regeln gelten für Besucher von Olympia 2008. In etwas mehr als zwei Monaten startet das kulturelle Großereignis in Peking. Als hätte es durch Pro-Tibet-Proteste und Erdebeben nicht genug Schlagzeilen gegeben, verschaffen sich die Chinesen nun durch strenge Regeln für Olympia-Besucher eine zweifelhafte Aufmerksamkeit. Wer glaubt, er könne im Spätsommer ganz unbesorgt Peking besuchen und seine Sportler anfeuern, der hat das neunseitige Dokument mit Vorschriften und Verboten nicht gelesen.

Wer z.B. irgendwelche öffentlichen Versammlungen, Proteste oder Paraden plant, der muss bei der Polizei einen Antrag stellen. Logischerweise sind die Aussichten auf Genehmigung nicht gerade rosig. Proteste gehören aber sicher auch nicht gerade zu den Standard-Aktivitäten von Olympia-Besuchern. Aber auch Spruchbänder mit politischen oder religiösen Statements sind verboten, ebenso beleidigende Banner und ähnliches. Bei Missachtung drohen " Verwaltungsstrafen oder kriminelle Verfolgung", so heißt es.

Besonders strenge Regeln für Olympia-Besucher gelten auch bei den Einreise-Formalitäten. Prostituierte, Geistekranke oder solche mit ansteckenden Krankheiten dürfen gar nicht erst ins Land. Außerdem dürfen keine Inhalte mitgebracht werden, die den kulturellen oder politischen Werten Chinas schaden könnten. Man muss also aufpassen, welche Zeitschriften, Bilder oder Datenträger man mit sich führt, besonders da China mit großer Strenge die eigenen Werte zu verteidigen versucht. Das Dokument mit den Regeln zum Besuch der olympischen Sommerspiele enthält auch das Verbot chinesische Flaggen zu verbrennen.

Einige Vorschriften werden von westlichen Besuchern sicher als besonders streng aufgenommen. So darf z.B. nicht im Freien übernachtet werden und Trunkenheit auf öffentlichen Plätzen wird mit Festnahme bestraft. Tibet-Besuche sind ebenfalls gänzlich zu unterlassen, sonst droht Strafverfolgung. Alles in allem heizen die Chinesen mit ihrer Strenge die Diskussionen um sie erneut an. Vielseits wird nun schon behauptet, die Regierung Chinas wollte nur mal wieder internationale Einschüchterung stiften. Nach außen hin dienen die Regeln zu Olympia-Besuchen hauptsächlich der öffentlichen Sicherheit.

Quelle: FOCUS Online

Bild: H. KoPP, Erik (Flickr)

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