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Schluss mit dem 'Grunzen': Stöhnverbot im Frauentennis

Richtig sexy? Nein, meint die Chefin der WTA-Tour und will lautes Gestöhne im Frauentennis mit massiven Strafen belegen.
Manche erinnert die Unsitte vielleicht an andere Gelegenheiten, aber den meisten Zuschauern fällt das Geschrei seit Jahren ordentlich auf die Nerven. Nun soll auch offiziell gegen das Gekreische auf dem Platz vorgegangen werden. Stacey Allaster, Vorsitzende des Frauen-Tennisverband WTA, möchte möglichen Imageschäden vorbeugen und fordert ein striktes Stöhnverbot auf dem Tennisplatz: "Wer stöhnt, muss es sich abtrainieren. Denn es wird eine Regel dagegen kommen."

Ein sogenanntes "Grunz-O-Meter", ein Dezibel-Messer soll Schiedsrichtern helfen zu entscheiden, ob eine Spielerin es übertreibt mit ihren Lautäußerungen. In Nachwuchsakademien wurden die Pläne bereits vorgestellt, denn vielen jungen Spielerinnen wird das "Grunting" (Grunzen) richtig antrainiert. Es soll der Atemkontrolle dienen und sich positiv auf die Energieübertragung auswirken.

Monica Seles war die "Vorreiterin des Grunzens" und brachte damals Steffi Graf zum Kopfschütteln und Maria Scharapowa wurde schon von so manchem entnervten Zuschauer nachgeäfft. Einmal wurden bei der Russin sage und schreibe 101 Dezibel gemessen! Scharapowa erklärt: "Ich stöhne, seit ich denken kann. Niemand hat es mir beigebracht. Es gibt sogar Kinder-Videos, auf denen ich schon stöhne." Das muss sie sich nun abgewöhnen. Absolute Spitze im Schreien ist übrigens die Portugiesin Michelle Larche de Brito. 109 Dezibel hat sie auf dem Platz erreicht.

Die WTA-Chefin Allasters ist bereit, sehr weit zu gehen und nennt zwei Möglichkeiten zur Bestrafung der Lärmbelästigung: Es könnten Geldstrafen verhängt werden und Punktabzüge im laufenden Spiel drohen. "Wie weit wir gehen, müssen wir noch genauer bestimmen", sagt sie.

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