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Rufmord: Tennistalent Sarah Gronert musste Weiblichkeit beweisen

Sarah Gronert (22) gehörte in der Tennisszene zu den aufsteigenden Sternchen. Innerhalb von drei Monaten gelang ihr der Aufstieg von Platz 300 auf Platz 31; in der Weltrangliste wird sie auf Platz 700 geführt. Ohne Zweifel wurde der jungen Sarah Gronert das Potenzial zur Top 100 zugesprochen, doch nun hat sich Sarah Gronert eine Auszeit genommen.

Rufmord, sprich Verdächtigungen und üble Nachrede, haben dem jungen Tennisstar so zugesetzt. In der Pressemitteilung des westfälischen Tennis-Verbandes heißt es: "Seit geraumer Zeit werden Gerüchte über Sarah Gronert kolportiert, die menschenverletzend sind. Sie gehen bis in die intimste Persönlichkeit."

Weil Sarah Gronert als Hermaphrodit auf die Welt kam, sprich beide Geschlechtsteile aufwies, wird sie in der Szene des Frauentennis angegriffen. Ihr Erfolg und die Tatsache, dass ihr neuer Freund zuvor mit einer anderen Tennisspielerin zusammen war, ließ die Gerüchteküche wahrscheinlich erst richtig aufbrodeln.

Sarah hat sich im Alter von 19 Jahren dazu entschieden, als Frau zu leben. Ihre Geburtsurkunde weist sie als Frau aus und vor einigen Tagen wurde sogar ein gynäkologisches Gutachten erstellt, welches ihre Weiblichkeit beweist. In ihrer persönlichen Erklärung auf der Internetseite des Westfälischen Tennis-Verbandes steht geschrieben:
"Gemäß einer gynäkologischen Untersuchung vom 17. Juli 2008 an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Aachen durch Prof. Dr. Joseph Neulen (Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin) ist Sarah Gronert eindeutig weiblichen Geschlechts; auch die endokrinologische Untersuchung am Universitätsklinikum Aachen ergibt das Ergebnis eines weiblichen Normalbefundes."

Und wieso dies alles? Weil ihr beispielsweise bei einem Turnier in den Niederlanden, eine russische Kontrahentinnen hämisch zu ihren ersten Punkten in der Rangliste der ATP gratuliert hat – sprich der Männertour. Auch wurden immer wieder ihr kraftvoller Aufschlag und ihre tiefe Stimme hinterfragt. Gegnerische Vereine stellten beim Regionalliga-Ausschuss sogar den Antrag, Sarah Gronert Spielberechtigung zu überprüfen.

Dieser Rufmord, gefolgt von Dopinggerüchten, die ebenfalls abgewiesen wurden, hat den jungen Tennisstar Sarah Gronert zu einer Auszeit gezwungen.

Quelle: Welt Online

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