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Olympisches Feuer: Chaos-Fackellauf in London

Gestern kam es beim Fackellauf in London zu mehreren Zwischenfällen. Gut 2.000 Polizisten mussten die Strecke gegen Demonstranten absichern, die versuchten die Fackel zu löschen oder zu rauben.

Man hatte es bereits geahnt, dass der Olympische Fackellauf nicht einfach über die Bühne gehen würde und so war der gestrige in London von antichinesischen Protesten begleitet sowie von mehreren Versuchen, das Feuer zu löschen oder zu rauben. Die Polizei nahm bis zum frühen Nachmitag 25 Demonstranten fest; viele riefen entlang des Parcours "Freies Tibet".

Bereits zwei Stunden nach Beginn des Laufs am Morgen im Wembley-Stadion, versuchten zwei Demonstranten die Flamme bei einer Fackelübergabe mit Hilfe eines Feuerlöschers zu ersticken. Beide Männer wurden umgehend festgenommen. Mit Fahrrädern fuhren einige Polizisten die Strecke ab und warfen sich auf mögliche Gefahrenquellen, die das Feuer stoppen wollten. Sicherheitskräfte brachten das Olympische Feuer vorübergehend in einem Doppeldecker-Bus in Sicherheit, als etwa 100 Demonstranten gleichzeitig versuchten, sich der Fackel zu bemächtigen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigte sich sehr besorgt: "Ich bin sehr besorgt über die internationale Situation und das, was in Tibet passiert", so IOC-Präsident Jacques Rogge am Montag in Peking in einer Rede vor der Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees. "Der Fackellauf ist zur Zielscheibe geworden. Das IOC hat ernste Sorge zum Ausdruck gebracht und ruft zu einer schnellen, friedlichen Lösung in Tibet auf." Gewalt, egal aus welchem Grund, sei nicht mit den Werten des Fackellaufs und der Olympischen Spiele vereinbar. Allerdings sehe er auch weiterhin keinen Grund zu einem allgemeinen Boykott der Spiele. Auch ein Sprecher des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele in Peking sprach von einer "ernsthaften Verletzung des olympischen Geistes".

Die heutige Etappe in Paris dürfte sich nicht weniger kompliziert gestalten. 3.000 Polizisten werden die rund 80 Fackelträger in der französischen Hauptstadt begleiten. Ferner zeigt die Stadt ihre Unterstützung für Tibet mit einem Spruchband für die Menschenrechte am Rathaus.

Und trotz der Proteste, will die chinesische Regierung an der geplanten Route festhalten; auch am Fackellauf durch Tibet. Ein Gesandter des Dalai Lama hatte diesbezüglich am Donnerstag aufgefordert, den Fackellauf durch Tibet abzusagen. Im Mai wird die Flamme zunächst durch die Himalaya-Region zum Mount Everest gebracht. Mitte Juni führt der Lauf auch durch die tibetische Hauptstadt Lhasa.

Chaos beim Fackellauf in London:



Quelle: Welt-Online, Stern.de

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