Excite

Olympischer Fackellauf in Neu Delhi mit über 100 Festnahmen

Gestern berichteten wir bereits über die gekürzte Fackellauf-Strecke in Neu Delhi und dass es ein spannender Lauf werden würde, zumal in Indien die weltweit größte Zahl tibetischer Emigranten lebt. Doch bis auf einige Festnahmen kam es wohl zu keinen größeren Vorfällen.

Insgesamt 15.000 Polizisten schützten die Olympische Fackel auf ihren 2,3 km langen Lauf und über 100 Exil-Tibeter wurden nach Angaben von Polizei und Aktivisten verhaftet. So wurden 70 Läufer in der indischen Hauptstadt von zahlreichen indischen und chinesischen Sicherheitskräften umringt, während die Öffentlichkeit von der Veranstaltung größtenteils ausgeschlossen war. Nur Inder und Chinesen mit besonderer Einladung sowie ausgesuchte indische Schulkinder waren als Zuschauer zugelassen. "Diese ganze Veranstaltung widerspricht allem, für was der olympische Gedanke steht", ärgert sich ein indischer Passant an einer der zahlreichen Straßensperren. "Sicherheit hin oder her – was hier abläuft, ist eine Farce."

Und so blieben auch bei diesem Lauf die Festigkeiten aus, doch wahrscheinlich geht es mittlerweile eher darum das Olympische Feuer einfach nur noch ohne großen Zwischenfälle nach Peking zu bringen.

Aber parallel zum Olympischen Fackellauf fand ein tibetischer Protest-Fackellauf, weitab vom offiziellen Kurs, statt, an welchem auch Schriftstellerin Arundhati Roy teilnahm. Hier bot sich ein ganz anderes Bild: Vor der historischen Sternwarte Jantar Mantar versammelten sich mehr als 5.000 Exiltibeter und Sympathisanten, um mit einem farbenfrohen, friedlichen Volksfest gegen die chinesische Tibet-Politik zu demonstrieren.

"Wir sind überwältigt von der großen Zustimmung und Unterstützung", sagte Youdon Aukatsang vom Tibetischen Solidaritätskomitee, dass die Proteste koordiniert.
Der Vorsitzende der „Studenten für ein freies Tibet“ in Indien, Tenzin Choeying, sagte, Olympia stehe für Frieden und Harmonie. Die Tibeter würden von der chinesischen Regierung aber gewaltsam unterdrückt. „China verdient diese Flamme nicht.“ Die Fackel der Olympischen Spiele in Peking in diesem Jahr sei eine „Fackel der Schande und des Blutvergießens“.

Der tibetische Protest-Fackellauf:



Nun befindet sich die Olympische Flamme in Thailand. Und auch hier bereiten sich die thailändischen Sicherheitskräfte auf anti-chinesische Proteste vor. Die Polizei kündigte ein hartes Durchgreifen gegen Demonstranten an, die den Fackellauf am Samstag in Bangkok gewaltsam stören wollen. Außerdem sind auch für den Lauf in Bangkok Alternativrouten und Abkürzungen entworfen worden, so dass wir uns wieder auf ein Versteckspiel freuen dürfen. Der Lauf beginnt am Samstag um 10.00 Uhr (MESZ) und geht dann weiter nach Kuala Lumpur (21. April), Jakarta (22. April) und Canberra (24. April).

Quelle: Stern-Online, Welt-Online, Focus-Online

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017