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Olympia Eröffnungsfeier im August - Bush kommt, Sarkozy vielleicht

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking steht bevor und noch immer ist nicht ganz klar, welche westlichen Regierungsvertreter teilnehmen werden oder nicht. Viele Staats- und Regierungschefs hatten mit einem Boykott gedroht, nachdem die chinesische Regierung im Frühjahr die Proteste tibetischer Mönche brutal niedergeschlagen hatte. China warnt seither vor einer Politisierung von Olympia 2008, viele Länder kritisieren mehr oder weniger engagiert den chinesischen Umgang mit Menschenrechten. Einer sagte trotz allem bereits zu für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele im August, US-Präsident George W. Bush.

Bush ließ durch eine Sprecherin mitteilen, dass er gemeinsam mit seiner Frau Lara nach China reisen werde, um an den Feierlichkeiten zur Eröffnung der Olympischen Spiele teilzunehmen. Einerseits geschehe dies vordergründig zur Unterstützung der US-Athleten. Andererseits sind auch politische Gespräche mit der chinesischen Führung geplant, sowie weitere in Südkorea und Thailand. In Japan teilten Bush und der japanische Ministerpräsident Fukuda gestern mit, dass ein Boykott einem Angriff auf das chinesische Volk gleichkäme. Bush sagte außerdem: "Ich brauche keine Olympischen Spiele, um meine Sorgen auszudrücken."

Ein anderer möchte zwar auch gerne nach Peking am 8. August, ist aber noch nicht schlüssig. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy möchte seine Antwort davon abhängig machen, wie die Gespräche zwischen China und Tibet-Gesandten sich entwickeln. Die seit 2002 laufenden Gespräche sind im Mai diesen Jahres erneut aufgenommen und ergebnislos wieder eingestellt worden. Ein weiteres Zusammenkommen von Vertrauten des Dalai Lama und Vertretern der chinesischen Regierung ist aber in Planung. Sarkozy galt seit den Protesten in Tibet als einer der heftigsten Kritiker an den Menschenrechtsverletzungen Chinas. Während er seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier noch nicht bestätigt, ergeben chinesische Umfragen längst, dass er gar nicht Willkommen ist in Peking. Darüberhinaus kritisieren Regierungssprecher deutlich Sarkozys Haltung und geben verbohrt an: "Jeder Versuch, sich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen, wird scheitern."

Zuletzt hatten die Chinesen vom Dalai Lama ganz bestimmte Schritte gefordert. Noch immer sagen sie ihm nach, er plane gezielte Aktionen gegen die Ausrichtung von Olympia 2008. Der Dalai Lama gab bereits mehrmals an, nur Autonomie und keine Unabhängigkeit für Tibet zu wollen. Außerdem sprach er sich wiederholt für die Olympischen Spiele aus als etwas, was das chinesische Volk verdient hätte. Die deutschen Regierungsvertreter kommen übrigens nicht in den Zwang Stellung zu beziehen wie Bush oder Sarkozy. Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Horst Köhler haben von vornherein nicht geplant, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele teilzunehmen.

Quelle: Stern.de, nzz.ch

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