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Olympia 2008 - Was am Ende bleibt

Das Ende der Olympischen Spiele in Peking wurde mit einem fulminanten Feuerwerk und einer Massenchoreografie im chinesischen Stil gefeiert. Das Pekinger Nationalstadion war mit 91.000 Zuschauern vollbesetzt, aus zeitlichen Gründen fand das Spektakel ohne Generalprobe statt. Was solls, als bräuchten die Chinesen Proben, es hat auch so alles geklappt. Viel Artistik, Blumensträuße und die ein oder andere Rede füllten sie zwei Stunden. Mit David Beckham, Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page und anderen durften auch ein paar prominente Briten einen kurze Ankündigung in die Feier miteinbauen. Die nächsten Sommerspiele finden 2012 in London statt, vorher geht es für die Winterspiele noch nach Kanada, Olympia 2010 wird in Vancouver ausgetragen.

Auch wenn der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch die Veranstaltung euphorisch "Die besten Olympischen Spiele aller Zeiten" nannte, Peking 2008 war alles andere als unumstritten. Die Spiele verursachten schon lange vor ihrem Start politische Debatten. Chinas Umgang mit Tibet ruft weltweit Unverständnis hervor, beim Fakellauf über den Planeten kam es vielerorts zu heftigen Protesten und Ausschreitungen. Menschenrechte werden dort mit Füßen getreten, hieß es. Von Boykott war die Rede. Hinzu kam, dass die chinesische Regierung in Peking während der Spiele alles streng kontrollierte und in den Augen vieler Journalisten die Pressefreiheit untergrub. Viele Menschen sind auch enttäuscht von der Haltung der IOC-Verantwortlichen, die nicht in die Politik eines Landes eingreifen wollten.

Auch die Dopingproblematik überschattet indirekt die Olympischen Spiele 2008. So gab es zwar kaum positive Proben und die chinesische Anti-Doping-Agentur berichtete von über 5000 Kontrollen vor den Spielen, aber der Zweifel von Zuschauern, Medien und Sportlern ist größer als je zuvor. Die Chinesen holten immerhin 51 Goldmedaillen, so dass viel spekuliert wird, ob dies nur durch Disziplin, Wille und Training möglich ist. Der jamaikanische Sprinter Usain Bolt lief drei Weltrekorde und holte so drei Goldmedaillen, was sogar bei deutschen Athleten laute Zweifel aufkommen ließ. Eine scheinbar übermenschliche Leistung erbrachte auch der US-Schwimmer Michael Phelps. Mit acht Goldmedaillen ist er nun der erfolgreichste Olympionik aller Zeiten.

Die deutschen Sportler holten insgesamt 16 Goldmedaillen, das sind zwei mehr als vor vier Jahren in Athen. Insgesamt brachten sie 41 Medaillen nach Hause und haben sich auch in der Gesamtwertung um einen Platz auf Rang fünf gebessert. Trotzdem konnten gerade die Ruderer und Radsportler ihre Erwartungen nicht erfüllen und die Leichtathleten zeigten mit lediglich einer Bronzemedaille die schlechteste Leistung seit 1904. Davon mal abgesehen fuhren einige Deutsche auch erfreuliche Siege ein. Das Doppel-Gold der Schwimmerin Britta Steffen und der Triumph des Gewichthebers Matthias Steiner zählten z.B. dazu. Die Sportler sind neben der Fragwürdigkeit der Spiele durch Politik und Doping eben die großen Gewinner am Ende von Olympia 2008.

Quelle: Spiegel Online
Bild: DOSB

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