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Manipulationsverdacht: FIFA wird WM 2022 wohl neu vergeben

Der Fußball steckt im Betrugsskandal seiner Geschichte. Wie vor wenigen heraus kam, sollen etwa 800 Spiele in unteren Ligen, aber auch in internationalen Wettbewerben wie Champions League oder EM-Qualifikation verschoben worden sein. Und nun steht auch noch die Vergabe der Weltmeisterschaft unter Manipulationsverdacht. Auch der UEFA-Präsident Michel Platini ist in die Schusslinie geraten

Wie die Sport-Bild jetzt berichtet, soll die FIFA ernsthaft darüber nachdenken, die Welt-Titelkämpfe im Jahr 2022 dem Staat Katar zu entziehen und neu zu vergeben. Angeblich soll der arabische Staat einige Stimmen gekauft haben. Die Wahl fiel im Jahr 2010 überraschend deutlich mit 14:8 Stimmen für Katar und gegen Mitbewerber USA aus. In den Wahlgängen davor schieden Länder wie Japan, Südkorea oder Australien aus.

Schon direkt nach Bekanntgabe der Wahl wurde ein Manipulationsverdacht deutlich. Zwei Vertreter der FIFA wurden heimlich dabei gefilmt, wie sie ihre Stimmen zum Verkauf anboten. Die englische Tageszeitung Sunday Times führte damals die Vertreter von Tahiti und Nigeria aufs Glatteis. Heute kommen noch mehr dazu. Angeblich soll der damalige asiatische Verbandschef Mohamed Bin Hamman aus Katar die stimmen der Exekutivkomitee-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Nicolas Leoz (Paraguay), Julio Grondona (Argentinien), Rafael Salguero (Guatemala) und Jacques Anouma (Elfenbeinküste) gekauft haben.

Auch Michel Platini ist unter Verdacht geraten. Der UEFA-Präsident habe angeblich seine Stimme der USA geben wollen, entschied sich dann aber doch für Katar. Schuld daran sei der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy gewesen. Platini habe sich zehn Tage vor der Vergabe mit dem Staatsoberhaupt und Prinz Tamim bin Hamad al-Thani aus Katar in Paris getroffen. Dabei habe Sarkozy das UEFA-Oberhaupt davon überzeugt, aus "geopolitschen Gründen" für Katar zu stimmen.

Es gilt als ziemlich sicher, dass die FIFA die Vergabe wiederholen wird. Und diesmal sollen nicht nur die 24 Exekutiv-Mitglieder, sondern gleich alle 209 Mitgliedsverbände über die WM 2022 abstimmen.

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