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Lizenzen im Fußball - wird's eng für RB Leipzig?

Eigentlich scheint bei RB Leipzig alles nach Plan zu laufen. Das vom Getränkehersteller Red Bull massiv gesponserte Team befindet sich auf Platz 2 der dritten deutschen Profiliga und hat gute Aussichten auf den direkten Aufstieg in Liga 2. Doch nun scheint es so, als ob RB Leipzig im Falle eines Aufstiegs ernsthafte Probleme mit dem Erhalt der Lizenz für die kommende Spielzeit bekommen könnte.

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Mangelnde Mitbestimmung für die Vereinsmitglieder

Wie DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bereits durchblicken ließ, kann die gegenwärtige Vereinssatzung von RB Leipzig zu Problemen hinsichtlich des Erhaltens einer Lizenz führen. Dabei sticht zunächst die extrem lange Amtszeit für den Ehrenrat in Auge. Diese ist auf sieben Jahre festgelegt und verleiht ihm eine außergewöhnlich starke Machtposition. Als problematisch gelten zudem die hohen Eintrittsbarrieren und kaum vorhandene Mitbestimmungsrechte für Mitglieder. Die sehr hohe Jahresgebühr von 800 Euro hat dazu geführt, dass RB Leipzig bislang nur neun Mitglieder zählt. Zudem darf der Vorstand jeden Aufnahmeantrag ohne Begründung ablehnen. Rettig betonte, dass die Mitwirkungsmöglichkeiten der Mitglieder bei Profivereinen nicht eingeschränkt werden dürfen.

50+1-Regel soll geschützt werden

Ohne RB Leipzig explizit zu nennen, wies Rettig zudem ausdrücklich darauf hin, dass sich alle Profiklubs zum Erhalt einer Lizenz an die Spielregeln der 50+1-Regel halten müssen. Diese besagt, dass es Kapitalanlegern nicht möglich ist, die Stimmenmehrheit in von Fußballvereinen ausgegliederten Kapitalgesellschaften zu übernehmen. Ob dieser Sachverhalt bei RB Leipzig gegeben ist, scheint angesichts der derzeit vorherrschenden Strukturen zumindest fraglich. Sollte es tatsächlich zu einer Verweigerung der Lizenz kommen, haben die Leipziger die Möglichkeit dagegen vor Gericht zu klagen.

RB Leipzig Zukunft ungewiss

Die konkurrierenden Vereine sehen RB Leipzig aufgrund des starken finanziellen Engagements von Red Bull auf ungerechtfertigte Weise im Vorteil und scheinen nach Wegen zu suchen, um die Erfolgsgeschichte der Leipziger zu stoppen oder zumindest ins Stocken zu bringen. Dennoch dürfte ein Aufstieg in die zweite beziehungsweise erste Bundesliga mittelfristig kaum zu verhindern sein. Letztendlich wird RB Leipzig seine Satzung entweder anpassen oder vor Gericht den Erhalt einer Lizenz erzwingen. Wer sich noch eingehender mit den möglichen Lizenzproblemen von RB Leipzig beschäftigen möchte, findet dazu im Internet auf Fußballportalen, zum Beispiel hier, viele weitere Infos.

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