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Können Kopfbälle dem Gehirn Schäden zufügen?

Wenn Michael Ballack im Team der Nationalmannschaft mal wieder zu einem seiner wuchtigen Kopfbälle ansetzt, fragt er sich bestimmt nicht vorher, ob dieser vielleicht Schäden im Gehirn erzeugen könnte. Aber genau diese Frage ist bislang nicht wirklich beantwortet worden.

Klar ist, dass das runde Leder ähnliche Wucht erzeugen kann, wie ein Boxschlag, sagt Günter Penka, Sportwissenschaftler an der Bundeswehruniversität München. Von diesem wissen wir seit langem, dass er dem Gehirn ernsthaft schaden kann – besonders ein klassischer K.O. ist Gift für das sensible Organ. Und eben dies könne auch beim Fußball passieren. Gerade wenn der Spieler einen Ball aus nächster Nähe unvermittelt an den Kopf gehämmert bekommt, droht Gefahr. Langzeitstudien zu der Frage, ob regelmäßiges Kopfballspiel aber tatsächlich Langzeitschäden erzeuge, gibt es bislang nicht. Insgesamt gibt es einige wenige, aber meist widersprüchliche Studien zu dem Thema.

Insgesamt, so erklärt Penka, hänge die Gefahr für das Gehirn von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich gelte natürlich: je schneller der Ball, desto höher die Belastung. Jedoch ist auch der Aufprallwinkel wichtig – trifft man den Ball frontal mit der Stirn, wird die Wucht am besten absorbiert, da die hinteren und vorderen Muskeln des Halses am stärksten ausgeprägt sind.

Generell aber sollte immer Vorsicht geboten sein, denn das Gehirn selbst ist nur wenig geschützt, da es innerhalb des zwar robusten Schädelknochens nur in ein klein wenig Flüssigkeit schwimmt. Um also sicher zu gehen, dass Kopfbälle dem Gehirn keine langfristigen Schäden zufügen können, sollten Kopfbälle lieber bewusst und vorsichtig eingesetzt werden.

Quelle: fitforfun.de
Bild: Tamsin Slater (Flickr)

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