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Fußball-Legende Walter Frosch ist tot

Selten gab es vielleicht einen unangepassteren Fußballprofi als Walter Frosch: Der Kultstar vom FC St Pauli scherte sich nicht um Trainingspläne, sondern verbrachte auch gerne mal die Abende vor Spielen in der Kneipe, mit Bier, Schnaps und Zigarette - trotzdem war er in jeder Mannschaft, in der er spielte, einer der Besten! Im Alter von 62 Jahren ist Walter Frosch jetzt gestorben, er litt an Kehlkopfkrebs. Auf dem Platz stand er auch schon mal mit Zigarette oder hatte eine Packung Kippen im Stutzen (das Video dazu seht ihr hier).

Beinahe wäre Frosch zu Beginn seiner Karriere beim FC Bayern München gelandet. 1974 unterschrieb er sowohl dort, als auch beim FC Kaiserslautern einen Vertrag. Die beiden Vereine stritten sich um den Spieler, Frosch selbst machte derweil Urlaub auf Mallorca. Der DFB entschied, dass der Defensivspieler nach Kaiserslautern wechseln muss. Dort machte er 50 Bundesligaspiele, schoss vier Tore und erreichte mit den Pfälzern das DFB-Pokal-Finale.

1976 wechselte Frosch dann in die 2. Liga zum FC St. Pauli. Der sofortige Aufstieg in die Bundesliga folgte. Allerdings stieg Frosch mit den Paulianern direkt wieder ab. Viele meinen, dass vor allem die Verletzung des Abwehrspielers, der fast die komplette Hinrunde nicht spielen konnte, der Grund für diesen Misserfolg war. Insgesamt machte er 170 Spiele für den FC St. Pauli und wurde in die "Jahrhundertelf" des Vereins gewählt.

Auf dem Platz machte Walter Frosch auch wegen eines Gelbe Karten-Rekord von sich reden. 19 Mal wurde er in der Saison 1976/77 verwarnt. Der DFB führte daraufhin die Gelbsperre ein, die es bis dahin nicht gab. Aber auch außerhalb des Platzes sorgte das Original für einige erwähnenswerte Szenen. Er rauchte Kette, trank am Abend vor einem Spiel gegen den FC Schalke 04 in seiner Stammkneipe "einige Ouzo" und gewann gegen einen Zechkumpanen bei einem Rennen noch zehn Liter Freibier. Am Tag darauf schaltete er auf dem Platz verkatert den Nationalstürmer Erwin Kremers aus. "Mein schwerster Gegner war immer die Kneipe", sagte er ganz ehrlich. Und als der damalige Nationaltrainer Jupp Derwall ihn in die B-Nationalmannschaft einladen wollte, sagte die St. Pauli-Legende: "Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft oder in der Weltauswahl."

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