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Formel1-Melbourne: Hamilton nachträglich disqualifiziert

Formel1-Weltmeister Lewis Hamilton ist rückwirkend für das erste Saisonrennen in Melbourne disqualifiziert worden. Das ist besonders bitter, da sich der Brite von Startrang 18 bis auf den 4. vorkämpfte und wegen einer Strafe gegen Trulli sogar aufs Treppchen durfte. "Absichtliche Irreführung" lautet das harte Urteil und nun steht nicht nur das Punktekonto des McLaren-Mercedes-Piloten wieder auf null, auch sein Ruf steht auf dem Spiel.

Folgendes war am Samstag in Australien passiert: Toyota-Pilot Jarno Trulli hatte nach dem Crash von Vettel und Kubica in der Safety-Car- Phase die Strecke verlassen und Hamilton nahm dessen Platz 3 ein. Noch in der Safety-Car-Phase überholte der Italiener den Weltmeister und bekam dafür später die 25-sekündige Zeitstrafe auferlegt, das war der Stand der Dinge nach dem Rennen. Trulli war sauer, laut "FAZ.net" beschrieb er die Situation: "Hamilton ist an die Seite gefahren, ich dachte, er hätte ein technisches Problem, deshalb bin ich wieder vorbei." Er habe Hamilton einen prüfenden Blick zugeworfen und den Vortritt gelassen.

Inzwischen ist klar, dass es zwischen Hamilton und seinem Team am Kommandostand heftige Diskussionen über Funk gab. Laut Teamchef Martin Whitmarsh hatte der Brite die Anweisung, "sich wieder zurückfallen" zu lassen. Hamilton war dagegen, während sie diskutierten, fuhr Trulli mit 80 Stundenkilometern vorbei. In der anschließenden Anhörung hatten Hamilton und McLaren diese Diskussion unter den Tisch fallen lassen. Whitmarsch dazu: "Es hat in dieser Anhörung keine Lüge gegeben. Wir haben nur nicht den kompletten Funkverkehr übermittelt, weil wir davon ausgegangen sind, dass der von der Fia abgehört wird." Außerdem sei Hamilton nicht über den Funkverkehr ausgefragt worden, das allerdings war eine glatte Lüge und so resümierten die Kommissare der Fia, dass es sich um bewusste Irreführung handelte.

Null Punkte aus dem ersten Rennen in Melbourne können für Hamilton und McLaren eine nachhaltige Wirkung im Kampf um die Weltmeisterschaft haben, bedenkt man, wie knapp es im letzten Jahr war. Besonders Hamiltons Ruf leidet aber an der Disqualifikation, der Formel1-Pilot gilt nun nicht nur als Hitzkopf, sondern auch noch als Lügner.

Bild: Formel1.de

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