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Formel1 – Muss Briatore nach seinem Crash-Skandal sogar in den Knast?

Die Formel1 steht wieder einmal vor einem echten Scherbenhaufen – der neuerliche Skandal um den befohlenen Unfall beim Großen Preis von Singapur im vergangenen Jahr kostete Renault-Teamchef Flavio Briatore seinen Job und wirft wieder einmal ein miserables Bild auf die Königsklasse des Rennsports. Nun drohen dem einstigen Playboy und Liebhaber von Naomi Campbell und Heidi Klum im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen.

Aber was genau war passiert? Beim Großen Preis von Singapur lag Renaults Spitzenfahrer Fernando Alonso abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze, der Weltmeistertitel war so in weite Ferne gerückt. In Runde 14 soll Teamchef Briatore dann seinem zweiten Fahrer Nelson Piquet Jr. einen Crash befohlen haben, um Fernando Alonso wieder an das Hauptfeld heranzuführen.

Diese Beschuldigungen waren aufgekommen, nachdem Piquet selbst nach seinem überraschenden Rauswurf bei Renault vor wenigen Wochen mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging. Damals berichtete er: "Mein Unfall war Absicht!" – und die Bild berichtete exklusiv über den Skandal. "Sie haben mich gefragt, ob ich einen Unfall auslösen würde, um unser Team wieder nach vorne zu bringen", berichtete der ehemalige Fahrer.

Im Anschluss an de Offenbarungen reagierte Flavio Briatore mit Fassungslosigkeit und stritt alles ab – es stand Aussage gegen Aussage. Dies aber blieb nicht lange so, denn bereits ein paar Tage später entließ das Team Renault auf großen Druck der FIA seinen Teamchef Briatore sowie den Technikchef Pat Symonds. In einer abschließenden Erklärung ließ Briatore nur mitteilen: "Ich habe mich für das Team geopfert. Das war meine Pflicht und der Grund, warum ich gegangen bin."

Schuldbewusstsein klingt anders, anscheinend sieht sich Briatore noch immer als Opfer einer Verschwörung. Aber bereits in der Vergangenheit musste sich der Italiener immer wieder vor Sportgerichten wegen Manipulation und Bestechung rechtfertigen. Auch sein ehemaliger Schützling Michael Schumacher verlor in seiner Zeit bei Renault zahlreiche WM-Punkte nachträglich, nachdem Schummeleien und Unregelmäßigkeiten offen gelegt wurden.

Nun hofft der Rennstall Renault, mit der fristlosen Entlassung der beiden Hauptverantwortlichen im Fall Piquet-Crash einer größeren Strafe aus dem Wege gehen zu können. Formel 1-Experten fordern jedoch Geldstrafen von bis zu 500 Millionen Dollar. Richtig ist aber auch, dass die FIA fürchtet, der Rennstall Renault könne sich nach dem Skandal um Flavio Briatore ganz aus der Formel1 zurückziehen, was sicherlich eine Tragödie für den Rennsport wäre.

Quelle: Spiegel.de, Welt.de
Bild: YouTube

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