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Fabian Hambüchen stürzt an der Medaille vorbei

Der Mehrkampf-Turner Fabian Hambüchen hat eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Peking knapp verpasst. Am Reck, ausgerechnte seinem Lieblingsgerät, stürzte der 20-jährige ab und fiel auf Platz sieben. Es wäre die erste deutsche Medaille im Mehrkampf seit 72 Jahren. Der Turner aus Wetzlar, der ursprünglich Gold angestrebt hatte, wird damit jetzt schon zu einer tragischen Figur des Wettbewerbs.

Schon nach den ersten beiden Geräten lag Hambüchen auf einem wenig überzeugenden 18. Platz. Mit den Ringen und beim Sprung schob er sich wieder auf Platz 6, aber der Patzer am Reck ließ alle Träume platzen. Der sogenannte Kolman-Salto hatte ihm bereits bei der WM 2006 Schwierigkeiten gemacht. Mit einer Gesamtpunktzahl von 91,675 lag er schließlich deutlich hinter dem chinesischen Gold-Gewinner Yang Wei mit überragenden 94,575 Punkten. Silber und Bronze gingen an Kohei Uchimura aus Japan und den Franzosen Benoit Caranobe. Das Nationale Hallenstadion von Peking war mit 18.000 Zuschauern restlos gefüllt.

Erst einen Abend zuvor hatte Hambüchen entschieden, am Wettbewerb teilzunehmen. Eine Kapselverletzung am kleinen Finger der linken Hand bereitete ihm Schmerzen. Der junge Mann verdankte das Handycap dem Mannschafts-Finale am Barren zwei Tage zuvor. Gestern gab er dann aber bekannt: "Ich bin nicht hier, um zu jammern. Jetzt ziehe ich das Ding durch." Nun liegen die Hoffungen noch auf dem Reck-Finale am kommenden Dienstag.

Trotz der tragischen Umstände gibt der deutsche "Sportler des Jahres" nicht seiner Verletzung die Schuld. "Ich bin natürlich traurig. Platz sieben und die Top Ten sind erstmal stark und trotzdem schade. Die Verletzung ist kein Grund, warum es nicht klappt", hat er gesagt. Wenn er die ärgerlichen Erlebnisse des Mehrkampfs schnell hinter sich lässt, kann Fabian Hambüchen also in der nächsten Woche noch immer eine deutsche Medaillen-Hoffnung sein.

Quelle: Welt Online
Bild: Olympia.de

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