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Was "Das Wunder von Bern" ist

Fußball ist seit vielen Jahrzehnten eine der beliebtesten Sportarten auf der ganzen Welt. Die alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaft wird von Millionen Fans auf dem ganzen Planeten geschaut und es wird mitgefiebert. Schon 1954 waren die Stadien voll, als die Mannschaften den Weltbesten suchten. Bei der damaligen WM in der Schweiz wurde Fußballgeschichte geschrieben und die deutsche Nationalmannschaft stand dabei im Mittelpunkt. Viele wissen ganz genau, was "Das Wunder von Bern" ist, aber wer noch nicht davon gehört hat, sollte nun weiterlesen.

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WM-Qualifikation

Seit 1930 gibt es die Fußball-WM, allerdings pausierte sie ab 1938 für zwölf Jahre. Schuld daran war der von Nazi-Deutschland angezettelte zweite Weltkrieg. Erst 1950 trafen sich die besten Mannschaften der Welt wieder, aber Deutschland war es noch verboten, eine Mannschaft hinzuschicken, erst bei der WM 1954 war der DFB wieder anerkannt und dabei. Und es sollte sich etwas großes entwickeln, was bei der Qualifikation zur WM noch nicht abzusehen war. Die deutsche Elf setzte sich mit einem Unentschieden und drei anschließenden Siegen in ihrer Gruppe gegen Norwegen und das damals noch souveräne und als FIFA-Mitglied eingetragene Saarland durch und die WM-Qualifikation war überstanden.


Vorrunde

Der Bundestrainer hieß damals Sepp Herberger, ein knorrig-väterlicher Typ mit sehr viel Sachverstand. In der Vorrunde traf sein Team auf die Türkei, Südkorea und den haushohen WM-Favoriten Ungarn, der damals alle Gegner in Grund und Boden spielte und für den der Titel eigentlich schon abonniert. Im ersten Gruppenspiel gewann die DFB-Elf mit 4:1 gegen die Türken. Dann warteten schon die Ungarn, aber Sepp Herberger taktierte und setzte eine B-Elf ein, die prompt mit 3:8 unterging. Das war nach einem 7:0 im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea aber kein Problem. Weil damals noch nicht das Torverhältnis zählte, musste Deutschland in einem Entscheidungsspiel gegen die punktgleichen Türken noch einmal ran. Darauf hatte man spekuliert und noch nicht seine komplette Stärke preisgegeben. Das Spiel gegen die Türkei wurde mit 7:2 gewonnen.


KO-Runde

Plötzlich stand eine in der Fußballwelt eher unbekannte deutsche Elf im Viertelfinale, aber man hatte damals schon sehr gute Fußballer, dennoch war dies schon ein Erfolg. Aber es sollte noch besser werden. Zunächst gewann man gegen Jugoslawien nach hartem Kampf mit 2:0. Das Halbfinale war erreicht, aber Fußballexperten meinten, dass dort gegen das extrem stark eingeschätzte Österreich Schluss wäre. Das war es aber noch nicht, denn Deutschland gewann sensationell hoch mit 6:1. Legendär ist der Radiokommentar des Österreichers Heribert Meisl. Mit sarkastisch-witzigen Sprüchen machte er sein eigenes Team nieder und ehrte dabei gleichzeitig die Leistung der deutschen Mannschaft. Das Finale war erreicht.

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Das Finale

Doch der Gegner dort hieß erwartungsgemäß Ungarn mit seinem SuperstarFerenc Puskas. Der machte im Endspiel auch prompt nach sechs Minuten das erste Tor und schon zwei Minuten später erhöhte der Favorit durch den nicht weniger hoch eingeschätzten Zoltan Czibor. Erinnerungen an das Vorrundenspiel kamen auf und jeder dachte, dass es wieder eine klare Sache werden würden. Aber die deutsche Mannschaft schaffte schon nach zehn Minuten den Anschlusstreffer durch Max Morlock und acht Minuten später glich Helmut Rahn sogar aus. An diesem Tag regnete es in Strömen, was ein Vorteil für die deutsche Elf war. Man nannte es das sogenannte Fritz Walter-Wetter, nach dem Spielführer der DFB-Mannschaft. Lange stand es Unentschieden, doch dann bekam Helmut Rahn eine Schusschance. Er zog ab und der Ball lag in der 84. Minute im Netz von Ungarn. Radiokommentator Herbert Zimmermann rastete aus, auch sein Beitrag ist zur Legende geworden, vor allem der Teil: "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Toooor, Toooor". Die deutsche Elf rackerte und brachte die knappe 3:2-Führung über die Zeit. Die Spieler Horst Eckel, Jupp Posipal, Hans Schäfer, Werner Liebrich, Karl Mai, Werner Kohlmeyer, Ottmar Walter, der Bruder des Kapitäns und vor allem Goalkeeper Toni Turek, der manch unhaltbaren Schuss hielt, wurden zu Helden und bis heute verehrt. Das Wunder von Bern war erschaffen.

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