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China: Nach Mediensperre nun PR-Offensive

Wir hatten bereits darüber berichtet, dass ausländische Reporter das Krisengebiet Tibet verlassen mussten.

Nun scheint es so, als ob China einiges wieder gut machen möchte: Ausgewählte Medienvertreter dürfen Tibet bereisen.

So veranstaltet die chinesische Regierung eine Reise für ausländische Pressevertreter in die tibetische Hauptstadt Lhasa, um sich vor Ort über die jüngsten Ereignisse zu informieren.

„Ich glaube, dass die ausländische Presse durch den Besuch besser verstehen wird, was in Lhasa passiert ist“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang. Allerdings dürfen sich die Medienvertreter nicht frei bewegen, da "die Sicherheit der ausländischen Journalisten zu gewährleisten" sei.

Für die dreitägige Reise wurden u.a. die US-Nachrichtenagentur AP, die japanische Agentur Kyodo, der katarische Nachrichtensender al-Dschasira, die britische Zeitung „Financial Times“ und das „Wall Street Journal“ aus den USA ausgewählt. Auch Medien aus Hongkong und Taiwan sollen vertreten sein.

Wie die Teilnehmer ausgewählt wurden, blieb offen. Es seien aber besonders viele amerikanische Journalisten dabei, weil die US-Medien „voreingenommen“ über die Unruhen der Tibeter berichtet hätten. Man könne eben nicht für alle eine Berichterstattungsreise organisieren.

Zugleich wurde das Verbot für die ausländischen Journalisten betont, selbst nach Tibet oder in die tibetisch bewohnten Regionen in den Provinzen Sichuan, Gansu oder Qinghai zu reisen: „Die Maßnahmen sind für ihre eigene Sicherheit."

Zur Protestaktion während der Zeremonie des Olympischen Feuers, sagte Qin Gang: Jede Aktion, die darauf zielt, den Fackellauf zu stören, ist schändlich." Und so forderte er auch alle Staaten, durch die der Fackellauf gehen wird, auf, Vorkehrungen gegen geplante Demonstrationen zu treffen, so dass ein reibungsloser Fackellauf gewährleistet sei.

Außerdem forderte er die Regierungen auf, den Schutz von chinesischen Botschaften und Konsulate gegen Angriffe zu schützen, da diese in 17 Ländern beschädigt worden seien. Des Weiteren verbot er Vermittlungen und Einmischungen zur Unruhe in Tibet sowie den Empfang des Dalai Lama: "Tibet ist eine innere Angelegenheit Chinas und erlaubt keine ausländische Einmischung“. Und dem Dalai Lama "eine Plattform für seine separatistischen Aktivitäten zu geben", sei nicht angemessen.

Ferner warf er dem religiösen Oberhaupt wieder vor, „die Gewalt, Tötungen, Zerstörungen und Brandstiftungen“ in Lhasa organisiert und gelenkt zu haben. „Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft sich ein klares Bild von dem Wesen des Dalai Lamas und seiner Clique machen kann und ihnen keine Unterstützung leistet.“

Der Dalai Lama hingegen rief seine tibetischen Landsleute erneut zu Gewaltfreiheit auf und drohte mit seinem Rücktritt.

Quelle: Welt und Focus
Bild: YouTube

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