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Babak Rafati: Nach Selbstmordversuch nun ein Buch

Es war ein ziemlicher Schock für die Bundesliga, als vor anderthalb Jahren die Nachricht aufkam, dass sich Schiedsrichter Babak Rafati umbringen wollte. Zwei Stunden vor einem Bundesligaspiel wurde er in seinem Hotelzimmer gefunden, er entging dem Tod nur knapp. Nun hat er sein Schweigen gebrochen und bringt ein Buch über die Hintergründe heraus.

Das Buch trägt den plakativen Titel "Ich pfeife auf den Tod". Darin erhebt Rafati schwere Vorwürfe, die er dem Magazin Stern schon im Vorfeld verraten hat. Man habe ihm beim DFB "übel mitgespielt". Vor allem sein damaliger Vorgesetzter Herbert Fandel, selbst ehemaliger Bundesligaschiedsrichter, muss sich einige Vorwürfe gefallen lassen. "Als Herbert Fandel mein neuer Chef wurde, habe ich absolut keine Rückendeckung mehr bekommen. Ich war es gewohnt, sachliche Kritik zu erfahren, aber keine aus meiner Sicht persönlichen Verletzungen"", sagte Rafati.

Von "Kälte" und "unerbittlichkeit" spricht Rafati in Zusammenhang mit Fandel. Ihm habe Wertschätzung für ihn als Menschen gefehlt, so der iranisch-deutsche Schiedsrichter. Auch die anderen Schiedsrichter hätten sich über die Aussagen von Fandel beschwert, es wäre sozusagen Tagesgespräch gewesen. Am 19. November 2011 hat Babak Rafati dann versucht, sich umzubringen. Eine Aussage von Herbert Fandel hätte ihn die ganze Nacht davor verfolgt, er sei daraufhin traumatisiert gewesen.

Angeblich habe sein Chef über seinen labilen Zustand bescheid gewusst, meint Rafati. Fandel selbst weist das zurück. "Zu keinem Zeitpunkt hatte ich Kenntnis über sein seelisches Krankheitsbild. Niemand aus dem Kreis der Schiedsrichter hat mir jemals in dieser Richtung Andeutungen gemacht", meint der Schiedsrichter-Chef des DFB. Deshalb habe er Rafati streng nach dem Leistungsprinzip behandelt, genau wie alle anderen Schiedsrichter. Die Vorwürfe würden ihn schwer treffen.

Am Donnerstag erscheint nun das Buch von Babak Rafati. Die Fangemeinde in Deutschland sieht der medialen Ankündigung einer Veröffentlichung der so traurigen Geschichte mit gemischten Reaktionen entgegen. Es darf erwartet werden, dass Rafati dann in vielen Talkshows über seinen Selbstmordversuch und die Schuldzuweisungen in Richtung Herbert Fandel reden wird. Er hat dem Druck des Schiedsrichtertums nicht stand gehalten. Hoffentlich hält er dem dann stand, was ihn erwartet, wenn sein Buch "Ich pfeife auf den Tod" veröffentlicht wurde und er sich vor Kameras dazu äußern soll.

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